Bebenhäuser Pfleghof

Der Bebenhäuser Pfleghof liegt in der Heugasse 9 und wird 1257 erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte zum Zisterzienserkloster Bebenhausen. Heute ist in dem Gebäude die Stadtbücherei untergebracht.

Der Bebenhäuser Pfleghof gehörte als Außenstelle zum Besitz des Klosters Bebenhausen, unweit von Tübingen gelegen. Der Pfleghof in Esslingen ist einer von acht Pfleghöfen, die das Kloster Bebenhausen besaß, neben denen in Tübingen, Reutlingen, Stuttgart, Weil der Stadt, Brackenheim, Bönnigheim und Ulm. Der Baukomplex des geschützten Kulturdenkmals und die noch im Boden überlieferten Zeugnisse liefern wichtige Informationen zur Nutzung und Architektur von Pfleghöfen. Die Anlage veranschaulicht auch die wirtschaftliche Bedeutung der Klöster für die ehemalige Reichsstadt Esslingen und ihr Stadtgefüge.

Der Pfleghof in Esslingen diente dem Kloster in mehreren Funktionen. Zum einen war er Ruheort und Absteige für Mönche und Äbte, die sich zu Verhandlungen mit Fürsten in der Stadt trafen. Zum anderen erfüllte er wichtige wirtschaftliche Funktionen für das Kloster. So wurde er als Lagerplatz und Handelsplatz für landwirtschaftliche Erzeugnisse, vor allem Wein und Getreide, genutzt. Ebenfalls war er der Sammelpunkt für die Steuerabgaben, die die Bewohner in Form von Naturalien an das Kloster abgeben mussten. Der Verwalter des Pfleghofs ist nur in wenigen Fällen namentlich bekannt, obwohl er offensichtlich eine wichtige Funktion innehatte, die das Beherrschen von Lesen, Rechnen und Schreiben voraussetzte. Der letzte namentlich bekannte Verwalter des Pfleghofs ist Michael Stopper aus dem Jahr 1527.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bebenh%C3%A4user_Pfleghof_(Esslingen)